Gegenrevolution

1. Warum scheiterte die Revolution? / Wie begann die Gegenrevolution?

2. Wer führte sie an?

3. Wie reagierten die Revolutionäre?

4. Wie lief die Gegenrevolution ab?

5. Was blieb nach der Gegenrevolution?

Gründe für das Scheitern der Revolution und wie die Gegenrevolution begann

Für das Scheitern der Deutschen-Revolution 1848/49 gab es mehrere verschiedene Gründe. Einerseits spalteten sich die Revolutionäre und andererseits waren die vorgesetzten Aufgaben nicht leicht zu bewältigen.

1. Zu große Aufgaben Seit dem 18.05.1848 tagte in Frankfurt erstmals ein gesamtdeutsches Parlament. Dort sollten die Abgeordneten die Gründung eines deutschen Nationalstaates und eine Verfassung ( basierend auf Grundrechten) vorbereiten.

Es waren also zwei sehr große Aufgaben - Einheit und Freiheit. Dies war eine komplizierte Herausforderung für die Abgeordneten, da man sich nicht einig war, ob Österreich zum neuen Nationalstaat dazugehören sollte. Außerdem war es schwierig zu klären welche Staatform es geben sollte. Einige wollten eine Monarchie Andere eine Republik. Die folgenden Diskussionen spaltete die Nationalversammlung in mehrere Gruppen und verhinderte damit schnelles Handeln.

Doppelte Aufgabe - Einheit und Freiheit - führte zu vielen Schwierigkeiten



2. Spaltung der Revolutionäre Während der Revolution bildeten die Revolutionäre noch eine Einheit gegen die Fürsten. Sie wollten den Adel entmachten und fordeten außerdem Grundrechte. Aber je weiter sie voran kamen desto unterschiedlicher Bilder hatten die verschiedenen Revolutionäre von der Zukunft. Sie hatten unterschiedliche politsche Ziele. Besonders deutlich wurde dies an den Fraktionen der Frankfurter Nationalversammlung. Z.B gab es die Liberalen, die vorallem für Freiheit waren. Allerdings befürworteten sie auch eine konstitutionelle Monarchie. (= Fürsten dürfen weiter herschen, aber werden von einem Parlament kontrolliert und sind an eine Verfassung gebunden.) 

Es gab z.B aber auch die Demokraten, die für eine Republik und gleiches Wahlrecht waren. 

Die Revolutionäre wurden in verschiedene Gruppen gespalten, da sie verschiedene politische Ziele vor Augen hatten.


3. Einigkeit und Uneinigkeit Die zersplitterten Revolutionäre mussten nun aber gegen mehrere Fürsten und nicht nur gegen Einen einzigen kämpfen. Das Problem dabei war, dass die Fürsten untereinander Zusammenhalt und Loyalität zeigten. Sie kämpften also gemeinsam gegen die vielen Gruppen von Revolutionären. Diese Gruppen kämpften zuletzt aber alle alleine.

Gegen die Bildung eines Nationalstaats sträubten sich vor allem Preußen und Österreich. Und als Wilhelm der Vierte, Herscher von Preußen, am 28.04.1849 überraschender Weise die Kaiserkrone ablehnte, die die Nationalversammlung ihm bot, wurde die Gegenrevolution von den Fürsten eingeleitet. Der Moment des Schocks wurde genutzt.

Während der Gegenrevolution konnten sich die Fürsten auf das Militär verlassen, welches ihnen treu ergeben war. Doch der Nationalversammlung, den verschiedenen Revolutionären, stand kein Heer zu Verfügung. Außerdem hielten die Fürsten zusammen und die Gruppen der Revolutionäre kämpften alleine.

So hatten die Revolutionäre kaum eine Chance gegen die Fürsten zu gewinnen.

Wer die Gegenrevolution anführte

Die Gegenrevolution wurde von verschiedenen konservativen Kräften angeführt, darunter Monarchisten, Adlige, Offiziere und viele weitere. Diese Gruppen waren besorgt über die Radikalisierung und die Forderungen nach politischer und gesellschaftlicher Veränderung, die während der Revolution aufgekommen waren. In Preußen spielte der preußische König Friedrich Wilhelm IV. eine bedeutende Rolle bei der Unterdrückung der revolutionären Bewegung und der Wiederherstellung der alten Ordnung. Es waren so viele anführende Personen, da an vielen Orten gegen die Revolutionäre gekämpft werden musste. Auch wenn sie sich manchmal ergaben.

Friedrich Wilhelm IV, König von Preußen: Seine Legitimität sah er gottgegeben
Friedrich Wilhelm IV, König von Preußen: Seine Legitimität sah er gottgegeben

Wie die Revolutionäre reagierten

Nachdem Wilhelm der Vierte die Kaiserkrone abgelehnt hatte, traten viele Abgeordnete der Nationalversammlung zurück. Darunter auch der Präsident der Nationalversammlung, Heinrich von Gagern. Viele von ihnen zogen im Mai 1849 nach Stuttgard. Doch dort wurden sie nach kurzer Zeit von den Soldaten daran gehindert ihrer Arbeit nachzugehen.

Aber auch an anderen Orten wurden Landesparlamente aufgelöst und Aufstände niedergeschlagen.

Die letzten Revolutionäre leisteten Widerstand in der Festung von Rastatt. Diese wurde aber im Juli 1849 eingenommen, womit die Revolution scheiterte.

Viele Revolutionäre wurden verhaftet und zum Tode verurteilt. Nur Wenige konnten aus Deutschland nach Nordamerika oder England fliehen. Darunter waren auch enige Anführende der Revolution, wie Lisette Hatzfeld, Gustav Struve und Friedrich Hecker.


Die Berliner Bürgerwehr muss ihre Waffen beim Militär abliefern
Die Berliner Bürgerwehr muss ihre Waffen beim Militär abliefern

Verlauf der Gegenrevolution

Während der Gegenrevolution gab es viele Aufstände, die vom Militär unterdrückt worden waren. Aber es wurden auch viele Parlamente wieder aufgelöst.

Allerdings kam es im Oktober, November und Dezember in Wien und Preußen zu zwei Gegenschläge der Fürsten.

In Österreich setzten sich Revolutionäre am 6. Oktober 1848 erfolgreich gegen die kaiserlichen Truppen in Wien durch. Einen Tag später flohen Kaiser und Hof nach Olmütz, um dort eine Gegenrevolution vorzubereiten. Am 28. Oktober starteten die kaiserlichen Truppen des Feldmarschalls Windischgrätz mit der Rückeroberung der Hauptstadt Wien. Am 31. Oktober befand sich Wien vollständig unter kaiserlicher Kontrolle. Österreich blieb als absolutistischer Vielvölkerstaat bestehen.

Die Rückeroberung Wiens motivierte nun auch den preußischen Königshof zur Gegenrevolution. Am 10. November 1848 marschierten preußische Truppen unter Führung Generals von Wrangel in Berlin ein. Diese ließen die revolutionären Bürgerwehren ohne Widerstand entwaffnen. Am 5. Dezember löste König Friedrich Wilhelm IV. die preußische Nationalversammlung unter Waffengewalt auf. Noch am selben Tag erließ er eine oktroyierte Verfassung (Wilhelm der Dritte erließ im Dezember 1848 selbst eine aufgezwungene (oktroyierte) Verfassung. Diese entsprach den liberalen Forderungen aber nur geringfügig. Der König besaß ein absolutes Veto gegen Gesetze und konnte die Gewaltenteilung umgehen.). Damit nahm er seine im März gemachten Zugeständnisse wieder zurück.

Am 28.04.1849 lehnte Wilhelm der Vierte überraschender Weise die Kaiserkrone ab, die ihm die Nationalversammlung bot. Er verstand sich als Herrscher von Gottes Gnaden und nicht als jemand, der von Politikern dazu berufen werden konnte. Die Abgeordneten der Nationalversammlung mustten sich so Alternativen überlegen.

  • 4. Mai: Die Nationalversammlung ruft Reichstagswahlen zum 15. Juli aus.
  • Mai: In den Maiaufständen beginnt die Reichsverfassungskampagne mit dem Versuch, die Verfassung in einigen Staaten und Regionen des Deutschen Bundes doch noch durchzusetzen – und darüber hinaus einzelne Republiken zu installieren. Die Konfrontation zwischen Revolution und Reaktion führt in einigen Staaten zu einer bürgerkriegsähnlichen Eskalation. Neben Sachsen und Baden sind beispielsweise auch die preußische Rheinprovinz (Elberfelder Aufstand) und die angrenzende Provinz Westfalen (→ Iserlohner Aufstand von 1849 und Revolution von 1848/49 in Westfalen) sowie die Pfalz (Bayern) (Pfälzischer Aufstand) Zentren entsprechender Aufstände.
    • 3.–9. Mai: Beim Dresdner Maiaufstand wird eine sächsische Republik ausgerufen, die infolge der Niederschlagung des Aufstands durch preußische Truppen scheitert.
    • 11. Mai: Meuterei der badischen Garnison in Rastatt: Beginn des Badischen Maiaufstands.
  • 14. Mai: Nach Österreich befiehlt auch Preußen rechtswidrig, dass die Abgeordneten aus diesem Staat die Nationalversammlung verlassen.
  • 30. Mai: Die verbliebenen Mitglieder der Nationalversammlung beschließen den Umzug nach Stuttgart, um der erwarteten Besetzung Frankfurts durch preußische Truppen zuvorzukommen.

Entwicklungen im Juni und Juli 1849: Ende des Rumpfparlamentes und Schritte zur Erfurter Union

  • 1. Juni: In Baden wird die Republik ausgerufen. Lorenz Brentano übernimmt den Vorsitz der provisorischen Regierung. Preußische Truppen beginnen, gegen Baden vorzurücken.
  • 6.–18. Juni: Das Rumpfparlament als größerer Teil der Nationalversammlung tagt in Stuttgart, es wird am 18. Juni von württembergischen Truppen aufgelöst.
  • 23. Juli: Einnahme Rastatts durch preußische Truppen, Ende der Badischen Revolution und symbolischer Endpunkt der Deutschen Revolution 1848/49

Wie wir sehen gab es viele Ereignisse während der Gegenrevolution. Revolutionäre versuchten immer wieder doch noch ihre Ziele durchzusetzen, aber dies wurde immer wieder durch die Fürsten und das Militär verhindert. Bis die Gegenrevolution erfolgreich endete und somit dei Revolution scheiterte.

Neuruppiner Bilderbogen, 1849  Aufgabe der Festung von Rastatt am 23. Juli 1849
Neuruppiner Bilderbogen, 1849 Aufgabe der Festung von Rastatt am 23. Juli 1849

Was nach der Gegenrevolution blieb

Obwohl die Revolution 1848/49 gescheitert war, hatten die Revolutionäre trotzdem einige Errungenschaften erzielt:

Im Zuge der Revolution wurden etwa dieKarlsbader Beschlüsse abgeschafft und somit die Presse- und Meinungsfreiheit größtenteils wiederhergestellt.

Außerdem wurde das Feudalwesen (Im Feudalismus lieh der König oder hoher Adel Landstücke an eine niedrigere Adelsschicht. Dafür zogen die Adeligen für den König in den Krieg. Die Bauern, die auf dem verliehenen Land lebten, mussten nun für die Adelsschicht arbeiten.), unter dem noch viele Bauern gelitten hatten,endgültig beseitigt.

Und es gab öffentliche Gerichtsverfahren. Die Industrialisierung begann nun auch in den deutschen Staaten und es kam zu einer starken Modernisierung

Und auch für diePolitik hatte die Revolution weitreichende Folgen. Die ersten politischen Parteien entstanden und erste Gewerkschaften wurden gegründet. Außerdem wurde sich zum ersten Mal mit einer Art der Sozialpolitik beschäftigt, die sich speziell mit der Verbesserung der Arbeits- und Lebensbedingungen der Bevölkerung beschäftigte.

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